Eine Leica M6 im Studio zu nutzen ist etwa so ähnlich wie mit einem Geländewagen durch eine große Stadt zu fahren. Die Vorteile dieses wunderbaren Werkzeugs werden zum Handicap. Schnelles Scharfstellen ist erforderlich. Statt klare Kanten als Grundlage für die Schärfeeinstellung sind die weichen Konturen der Modells zu sehen.
Bei unserem letzten Friday-Night Shooting (lightGIANTS.com) habe ich mit der Leica M das Analogexperiment gewagt. Ziel war es im Stil der 1920er Fotos zu machen. Die Nachbearbeitung sollte diesen Look unterstreichen.
Die Studioblitzanlage war bei per Sync-Kabel mit meinen beiden analogen Schätzchen verbunden und schränkt meine Freiheit deutlich ein. (Der Fernauslöser war durch schwache Batterien nicht verlässlich genug.)
Unterstützt wurde die M6 von einer alten russischen Lomo Lubitel 2. Sie ist eine Mittelformatkamera ähnlich der deutschen Rolleiflex. Ich hatte das Schätzchen von bestimmt 10 Jahren von einem Fotografen aus meiner Heimatstadt als Dankeschön für eine EDV-Hilfe erhalten.
Sie wird mit 120er Rollfilm bestückt und bietet keinerlei Unterstützung an. Genau wie die M bot sie eine funktionierende Blitzsyncronbuchse an. Mit der Lomo war das fotografieren noch extremer. Scharfstellen ging mit meiner Brille irgendwie garnicht. Belichtung war grob geschätzt. Die Bilder haben mich und meine Kollegen dennoch begeistert.
Sicher ist sicher, habe ich einige Bilder mit meiner Canon EOS 550D mit meinem Tamron-Zoom zustzlich gemacht:
Ich war mit den Ergebnissen zufrieden. Mein Ziel war eigentlich erreicht. Doch nun mussten die Analogbilder noch entwickelt, gesannt und bearbeitet werden.
Hier nutze ich einen hybriden Prozess. Farbfilme lasse ich entwicklen und Schwarz-Weiss-Filme werden im Badezimmer entwickelt, getrocknet und dann mit meinem Canon Canoscan 8800F eingescannt.
Diesmal hatte ich mich gegen riesige Tiffs entschieden und nutzte das JPG-Format. Bei meinen Mittelformatbildern sollte noch genügend “Futter” für leichte Korrekturen drin sein. Extrem gute Bilder bekommen dann nocheinmal einen TIFF-Scan in höchster Auflösung oder werden bei einem Bekannten klassisch ausbelichtet.
Die Bilder kam dann in Adobe Photoshop Lightroom. Dort können einfach Korrekturen durchgeführt werden (Staub weg-stempeln, kleine Retuschen usw.) und ein spezieller Look kann mittels manuellen Einstellungen oder Presets auf eine beliebige Menge von Bildern übernommen werden.
Alle Ergebnisse könnt Ihr in der Galerie betrachten:
Es war ein cooles Shooting. Danke an die 3 Modells, das restliche lightGIANTS-Team und die Mit-Fotografen.












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